Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Rettungsmedizin, Zentrum für Schmerztherapie
Ihrem Selbstverständnis folgend verstehen sich die Kolleginnen und Kollegen der AIR-Abteilung als kompetente Partner im Behandlungsteam am BUKH und als Fachleute an der Seite Ihrer Patienten. Fach- und Sachkompetenz gründen auf jahrzehntelanger Erfahrung der Abteilung in der Versorgung von Unfall- und Schwerverletzten.
Im ärztlichen Dienst wird die Abteilung durch einen Chefarzt, einen Leitenden Oberarzt, 9 Oberärzten sowie 5 Fachärzten mit Hintergrundfunktion und weitere 41 Assistenzärzten vertreten. Ein Kollege der Abteilung ist in Funktion eines leitenden Oberarztes für die Aufgaben der OP-Koordination freigestellt.
Bei uns in guten Händen
In den Bereichen der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Rettungsmedizin, Zentrum für Schmerztherapie, sind die Patienten in guten Händen.
Die Abteilung umfasst folgende Teilgebiete:
- Anästhesie (Narkose)
- Intensivmedizin
- Notfallmedizin
- Zentrum für Schmerztherapie
- Aus- und Weiterbildung, Fortbildung
Anästhesie (Narkose)

Anästhesie im OP
Die Abteilung versorgt anästhesiologisch vier operative Abteilungen (Abteilung für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sporttraumatologie, Abteilung für Handchirurgie, Plastische- und Mikrochirurgie mit dem Zentrum für Schwerbrandverletzte, das Neurotraumatologische Zentrum und das Zentrum für Querschnittgelähmte mit dem Bereich Neuro-Urologie ) sowie die diagnostischen Bereiche in der Radiologie (CT und NMR). Es werden jährlich über 8.500 Anästhesien durchgeführt. Hierbei kommen alle Standardverfahren der Allgemeinanästhesie (Inhalationsnarkose, intravenöse Narkose) und der Regionalanästhesie – insbesondere der oberen und unteren Extremitäten – einzeln oder in Kombination zum Einsatz, wobei die Verfahren der Regionalanästhesie in der Regel sonographiegestützt angewandt werden.
Die Schmerzfreiheit nach einem operativen Eingriff ist einer der wichtigsten Patientenwünsche an ein Krankenhaus. Neben einer differenzierten medikamentösen Schmerztherapie durch die Stationsärzte und der Betreuung durch Ärzte unseres Schmerzdienstes, kann durch eine gezielte perioperative Blockade peripherer Nervenbahnen die Schmerzentstehung im Operationsgebiet in vielen Fällen verhindert werden. Die Sonographie erhöht hierbei die Erfolgsquote der Punktionen und hilft Fehlpunktionen und Verletzung benachbarter Strukturen deutlich zu reduzieren.
Am Beispiel der Versorgung komplexer Schulteroperationen zeigen sich erste Erfolge der neuen Technik. Durch eine gezielte Blockade der die Schulter versorgenden Nerven (sog. Skalenusblockade) konnten die postoperativen Schmerzen unserer Patienten deutlich reduziert werden
Außerhalb der Kernarbeitszeiten sind in diesem Bereich jeweils zwei Anästhesisten im Tag- und Nachtdienst (Assistenzarzt / Oberarzt) tätig, wobei dem diensthabenden Oberarzt als Leiter des Krisenreaktionsteams auch die Aufgaben des Krankenhauskrisenschutzes obliegen.
Alle hausinternen Notfälle werden von den Ärzten der Abteilung federführend versorgt und behandelt.
Narkosevorbereitung und -aufklärung (Prämedikationsambulanz)
Die Narkoseaufklärungsgespräche finden grundsätzlich in der Prämedikationsambulanz statt. Nach einer fachspezifischen Befragung und Untersuchung durch einen Anästhesisten wird das Narkoseverfahren ausgewählt, besprochen und vorbereitet. Patienten mit einem erhöhten Narkoserisiko werden hier bereits frühzeitig erkannt, so dass ggf. erweiterte Maßnahmen wie die Aufnahme auf die Intensivstation nach der Operation erörtert und festgelegt werden können.
Schockraumversorgung

Schockraumversorgung
Die Erstversorgung eines schwer verletzten Patienten im Schockraum erfolgt ebenfalls regelhaft durch einen Assistenzarzt und einen Oberarzt der AIR-Abteilung, sowie ein bis zwei Mitarbeiter der Funktionspflege Anästhesie. Gemeinsam mit allen beteiligten Fachdisziplinen erfolgt vor Ort die strukturierte Diagnostik und Behandlung des aufgenommenen Patienten.
Intensivmedizin

Versorgung auf der Intensivstation
Das Unfallkrankenhaus betreibt eine traumatologisch-operative Intensivstation (13 Betten) und eine Intensivstation für Schwerbrandverletzte (6 Betten). Beide Intensivstationen stehen unter anästhesiologischer Leitung.
Unsere Patienten werden rund um die Uhr von jeweils einem Anästhesisten im Tag- und Nachtdienst versorgt. Feste oberärztliche Betreuung ist werktäglich auf beiden Stationen gewährleistet und auf der traumatologischen Intensivstation unterstützt zu dieser Zeit ein weiterer Stationsarzt.
Auf beiden Stationen kommt das gesamte Spektrum des modernen, nichtinvasiven und invasiven Monitorings zur Anwendung. Alle Betten sind als Beatmungsplätze ausgestattet. Indikationsgerecht werden alle modernen Beatmungsverfahren eingesetzt, der Anteil der Beatmungstage an den jährlichen Behandlungstagen beträgt ca. 60 %. Therapeutische, fiberoptische Bronchoskopien (Spiegelung der Luftwege) werden von den Ärzten der Intensivbehandlungsstationen durchgeführt. Diesen obliegt ebenfalls die Anwendung kontinuierlicher Nierenersatzverfahren. An allen Werktagen findet eine gemeinsame Visite mit den Kollegen der operativen Abteilungen, dem Zentrum für Rehabilitationsmedizin und eine Röntgenvisite mit den Ärzten der radiologischen Abteilung statt.
Künstliche Beatmung
Ein Schwerpunkt der Intensivbehandlung ist die differenzierte apparative Beatmung bei lebensbedrohlichen Brustkorb- und Lungenverletzungen, sowie die Entwöhnung vom Beatmungsgerät bei schweren Lungenerkrankungen im Rahmen der Frührehabilitation.
Das Atemwegsmanagement ist daher ein wichtiger integraler Bestandteil unserer intensivmedizinischen Behandlung und dient der Vermeidung sekundärer Schäden der Beatmungstherapie. Neben der konventionellen Intubation (orotracheale Intubation) ist der geplante Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) fester Bestandteil im Atemwegsmanagement einer modernen Intensivstation. Die Hauptindikation ist das Vermeiden von Spätfolgen einer konventionellen Intubation bei Langzeitbeatmung. Die Vorteile zeigen sich durch eine verkürzte Beatmungs- und damit Intensivaufenthaltsdauer sowie eine Verminderung an komplizierenden Lungenentzündungen.
Neben der operativen Tracheostomaanlage stellt die perkutane Dilatationstracheotomie eine risikoarme Alternative dar, die bettseitig durchgeführt werden kann. Seit der Einführung der modernen perkutanen Dilatationstracheotomien 1985 von Ciaglia et. al. nimmt der Anteil dieses Verfahrens in der Intensivmedizin stetig zu. Unter Beachtung aller Kontraindikation stellt die perkutane Tracheotomie eine schonende Alternative mit niedrigerer Komplikationsrate im Vergleich zur konventionellen Tracheotomie dar.
Notfallmedizin
Am Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus sind zwei Rettungsmittel stationiert, die über die Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg disponiert werden. Sowohl das Notarzteinsatzfahrzeug 25 der Berufsfeuerwehr Hamburg (über 3500 Notarzteinsätze/Jahr), als auch der von der ADAC Luftrettung GmbH betriebene Rettungshubschrauber „CHRISTOPH HANSA“ (ca. 1500 Notarzteinsätze/Jahr) werden ausschließlich von Anästhesisten notärztlich besetzt. Einer der beiden für die Notfallmedizin verantwortlichen Oberärzte ist mit einer halben Stelle Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der Stadt Hamburg und zwei Kollegen der Abteilung sind Mitglieder der Leitenden Notarztgruppe der Freien und Hansestadt Hamburg.
Aus- und Weiterbildung, Fortbildung

Fortbildung
Der Chefarzt der Abteilung besitzt gemeinsam mit dem Leitenden Oberarzt eine vierjährige Weiterbildungsbefugnis für das Gebiet Anästhesiologie (kumulativ) und die komplette (zweijährige) Weiterbildungsbefugnis für den Erwerb der Zusatz-Weiterbildung „Anästhesiologische Intensivmedizin“.
In der Abteilung kann die vollständige Weiterbildung zum Erreichen der Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ erworben werden, die zur Teilnahme am Notarztdienst berechtigt. Für jeden dieser Bereiche existiert ein Weiterbildungskonzept, so daß die Inhalte des Weiterbildungskatalogs strukturiert erarbeitet werden können. In einem festen Rhythmus finden interne Fortbildungen statt, für externe Fortbildungsveranstaltungen sind mehrere Kolleginnen und Kollegen im Jahresverlauf als Referenten eingebunden.

