Funktionsbereich Aufwachraum
Die Aufwachstation teilt sich in die Bereiche aseptisch und septisch auf und befindet sich jeweils direkt im Anschluss an den OP.
Insgesamt 11 Bettplätze sind mit Überwachungsmonitoren und den notwendigen medizinischen Geräten für Diagnostik und Behandlung ausgestattet.
Fachpflegekräfte mit Anästhesie- und Intensivfachweiterbildung bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger/innen mit langjähriger Erfahrung aus diesen Bereichen sind nach den Operationen für die Patientenbeobachtung und die pflegerische Versorgung zuständig. Das Erkennen und die Vermeidung von Komplikationen gehört dabei zu den Hauptaufgaben. Zu den allgemeinen grundpflegerischen Tätigkeiten zählen hier Lagerungstherapien als Prophylaxe gegen Kontraktur, Pneumonie und Decubitus.
Überwachung der Kreislaufparameter
Im Aufwachraum wird jeder Patient an einem Monitor angeschlossen. Messdaten wie EKG, Pulsoxymetrie (Sauerstoffmessung), Blutdruck, Pulsfrequenz, Atemfrequenz, Körpertemperatur werden auf einem Bildschirm angezeigt und dokumentiert. Ebenso wird die Bewusstseinslage in regelmäßigen Abständen kontrolliert.
Alle von der Norm abweichenden Vorkommnisse wie: postoperatives Erbrechen, Druckstellen, Motorik- und Sensibilitätsstörungen, stärkere Nachblutungen sowie instabile Kreislaufsituationen werden dem/der zuständigen Anästhesisten/in bzw. Chirurgen/in mitgeteilt und sofort behandelt.
Schmerzbehandlung
Ein wesentlicher Bestandteil der Patientenbetreuung ist die Behandlung von Schmerzen nach einem Schmerzschema. Die Verabreichung der Schmerzmittel erfolgt intravenös, intramuskulär, subcutan oder oral. In einigen Fällen werden auch Suppositorien (Zäpfchen) gegeben.
Vor Gabe eines Schmerzmittels werden die Patienten gefragt, wie sie Ihre empfindenden Schmerzen einstufen. Dieses erfolgt nach einer VAS (Visuelle Analoge Skala).
VAS von 0 bis 10
0 = keine Schmerzen 10 = schlimmster vorstellbarer Schmerz
Nach Einstufung wählen wir nach ärztlicher Anordnung die Art und Menge des Schmerzmittels aus, so dass eine individuelle Schmerzbehandlung erfolgt.
Ergänzend dazu legen wir einen Eisbeutel (Coldpack) auf die operierte Extremität, um Schwellungen, Blutungen und Schmerzen zu reduzieren.
Ziel ist es, jeden Patienten möglichst schmerzfrei oder mit einem minimal erträglichen
Schmerz (VAS 3,5) zu verlegen.
Bei speziellen größeren Eingriffen gibt es die Möglichkeit, bei dem Aufklärungsgespräch mit dem/der Anästhesisten/in, das Legen eines Schmerzkatheters zu besprechen.
Überwachung der Atmung
Um die Atmung effizient zu unterstützen bekommt jeder Patient für ca. 1 Stunde eine kleine Nasensonde, über die Sauerstoff verabreicht wird.
Bei ungenügender Atmungsaktivität erfolgt ein Alarm.
Essen und trinken
Bei einem ausreichenden Wachheitszustand dürfen die Patienten ca. 1 Std. nach der Operation einen kleinen Schluck Wasser trinken. Essen dürfen die Patienten im Aufwachraum nicht, weil die Gefahr des Erbrechens noch sehr hoch ist.
Krankenbesuche
Bei Kindern (bis zu 14 Jahren) ist es oft sinnvoll wenn ein Elternteil in der Aufwachphase
dabei ist. Ein Besuch wird ermöglicht, wenn die Situation dies zulässt.
Aufenthaltsdauer
Die Patienten werden in der Regel ca. 0,5 bis 3 Std. vom Pflegepersonal des Aufwachraumes überwacht, betreut und gepflegt.
Die Verlegung auf die Station erfolgt nach der Visite durch die Anästhesisten, wenn der Patient orientiert ist, alle Schutzreflexe vorhanden sind und die Schmerzsituation im Rahmen liegt.