Logopädie
Das Team der Logopädie behandelt Patienten mit neurologisch bedingten Störungen der Sprache und des Sprechens sowie Schluckstörungen, wie sie durch Schlaganfälle oder Schädel-Hirn-Traumen entstehen.
Aphasietherapie

Logopädie
Aphasien sind zentrale Sprachstörungen, die Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben betreffen können. Nach einer umfassenden Diagnostik werden störungsspezifische, individuell auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnittene Therapiepläne entwickelt. Die Behandlung hat zum Ziel:
- Wiederaufbau der sprachlichen Fähigkeiten durch systematisches Üben von Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben
- Training von individuellen Strategien, die Kommunikationsdefizite ausgleichen helfen
- Training alternativer Formen sich mitzuteilen wie mittels Kommunikationsbuch, Computer oder Gesten
- Kommunikationstraining in Kleingruppen. Hier lernen Patienten in alltagsnahen Gesprächssituationen, mit ihrer sprachlichen Beeinträchtigung so umzugehen, dass sie nach der Entlassung wieder am sozialen Leben teilhaben können.
Jeder Patient erhält ein bis zwei Einzeltherapien am Tag. Die Gruppen finden ein- bis zweimal wöchentlich statt.
Schluckstörungen

Schluckdiagnostik
Schluckstörungen, beispielsweise durch Schlaganfälle oder Schädel-Hirn-Traumen, können unbehandelt zu Lungenentzündungen oder chronischer Bronchitis führen. Mit einer frühzeitigen Diagnostik – bei Bedarf apparativ unterstützt – können Art und Ausmaß der Schluckstörung festgestellt werden. Aus diesen Befunden wird ein Behandlungskonzept festgelegt, das auf den jeweiligen Patienten abgestimmt ist. Dabei hat das Training betroffener Muskelfunktionen oder das Einüben spezieller Schlucktechniken das Ziel, die störungsfreie Nahrungsaufnahme wiederherzustellen.
Zum Aufgabenbereich der Logopädie gehört in allen Phasen der Frührehabilitation, beginnend auf der Intensivstation, das Trachealkanülenmanagement. Die Therapeuten sind speziell ausgebildet in den Behandlungsverfahren Funktionelle Dysphagietherapie (FDT) und Therapie des Facio-OralenTrakts (F.O.T.T.).
Dysarthrophonie und Sprechapraxie
Zentrale Erkrankungen können eine veränderte, häufig verwaschene und verlangsamte Sprechweise zur Folge haben. Ziel der Therapie ist, durch Training betroffener Muskelgruppen, Atem-, Stimm- und Sprechübungen die Verständlichkeit der Sprache zu verbessern.
Bei einer Sprechapraxie ist die Planung der Artikulationsbewegungen von Lauten und Silben gestört. In der Therapie werden die Abläufe artikulatorischer Bewegungen und rhythmisches, flüssiges Sprechen geübt.
Kommunikationsgruppe
In dieser Gruppe erhalten Patienten mit Kommunikationsstörungen die Möglichkeit, ihre soziale Kompetenz zu trainieren. Sie lernen Sprechangst oder Unsicherheit zu überwinden sowie ihren Standpunkt vor anderen zu vertreten. Gleichzeitig können sie die Fähigkeit ausbauen, einem Gesprächspartner zuzuhören und eine Unterhaltung aufrechtzuerhalten. Außerdem werden die Teilnehmer in dem Bemühen unterstützt, ihre Patientenrolle zugunsten einer aktiven Rolle aufzugeben. Persönliche Ressourcen werden gestärkt und Strategien zur Krankheitsbewältigung erarbeitet.
Computergestützte Sprachtherapie
Zusätzlich zur Einzel- oder Gruppentherapie erhalten unsere Patienten die Gelegenheit, am Computer zu trainieren. Die Software, die speziell für Sprach- und Sprechstörungen entwickelt wurde, bietet vielseitige Übungsmöglichkeiten, so dass für jeden Patienten ein individuelles Programm zusammengestellt werden kann. Computertherapie fördert insbesondere Motivation und Selbständigkeit.
Weitere Therapieangebote
- Behandlung von Dysphonien (Stimmstörungen)
- Behandlung von Fazialisparesen (Gesichtslähmungen)
- Kiefermobilisation
Angehörigenberatung
Wenn ein Patient in seinen kommunikativen Fähigkeiten eingeschränkt ist, sind auch seine Angehörigen in starkem Maße betroffen. In Einzelgesprächen klären wir Angehörige über die vorliegende Sprach- oder Sprechstörung auf und beraten sie, wie sie die Kommunikation unterstützen können. Rechtzeitig vor der Entlassung werden Empfehlungen für eine ambulante Weiterbehandlung gegeben. Liegt eine Schluckstörung vor, erhalten Patienten und Angehörige eine ausführliche Diätberatung für die Zeit nach der Entlassung.