Musiktherapie

Musiktherapie wird schwerpunktmäßig bei Schädel-Hirnverletzten, Querschnittgelähmten und bei handchirurgischen Patienten eingesetzt. Wenn die Sprache als Brücke zur Außenwelt fehlt, bietet Musik einen Weg zur Kommunikation auf nonverbale Weise an. Der Patient lernt mit Hilfe besonderer Instrumente sich auszudrücken und damit seinen Stimmungen und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Die enge Verbindung von Melodie, Rhythmus, Bewegung und Berührung ist für Menschen, denen nur begrenzte Äußerungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, von besonderer Bedeutung. Durch Musiktherapie können seelische und muskuläre Verspannungen gelockert oder gelöst werden. Dabei wird sowohl die bewusste Verarbeitung von Umwelteinflüssen angeregt als auch die Gefühlsebene angesprochen.

Musiktherapie im Klangstuhl

Musiktherapie im Klangstuhl

Zielsetzungen der Therapie

Im Zentrum der Therapie steht in der Regel die gemeinsame Musikimprovisation von Patient und Therapeutin nach klinischen Gesichtspunkten. Dabei stehen den Patienten Musikinstrumente zur Verfügung, die ohne Vorkenntnisse gespielt werden können. Zunächst nimmt die Therapeutin Stimmung und Aktivitäten des Patienten in die Improvisation auf und schafft eine musikalische Atmosphäre, in der dieser sich aufgehoben fühlen kann. So bekommen Patienten die Möglichkeit, auf individuelle Weise kreativ zu werden und Kommunikationserfahrungen zu machen, die sie aus der oftmals bestehenden Isolation herausführen. Persönliche Ausdrucksformen werden in die Improvisation aufgenommen, akzeptiert, musikalisch gestaltet und auf diese Weise geteilt. Darauf aufbauend kann es in der weiteren Arbeit zu seelischen und persönlichen Entwicklungen kommen, deren Ziele sich ganz an den individuellen Bedürfnissen der Patienten orientieren.