Angehörigenbetreuung
Das Konzept einer psychosozialen Betreuung für Familienangehörige von Querschnittgelähmten entstand aus unterschiedlichen Impulsen:
Wir erleben in der täglichen Arbeit, dass Angehörige besonders in der Anfangszeit durch die weit reichenden Veränderungen verunsichert und belastet sind. Wesentliche Fragen, so z.B. die Frage der Dauerhaftigkeit der Situation oder die Frage von Pflegeabhängigkeit werden zwar ärztlich geklärt, viele andere Dinge können auch im weiteren Verlauf besprochen werden. Es erscheint aber notwendig, besonders die zu Anfang entstehende Verunsicherung vieler Angehöriger aufzufangen, um auch deren Mitarbeit am “Gesamtprojekt Rehabilitation” zu stärken, Vorurteile und Ängste zu beseitigen und Fehlinformationen vorzubeugen.
Zum anderen sind uns Studien bekannt, die belegen, dass die psychische Belastung von Angehörigen querschnittgelähmter Patienten messbar genauso hoch wie die der Verletzten selbst ist. Diese erhalten allerdings in der Klinik durch das Personal Unterstützung und Hilfe. Gleichzeitig ist es zumeist erforderlich, dass Angehörige viele der heimatnah anfallenden organisatorischen Aufgaben übernehmen, so dass es sehr sinnvoll ist, auch sie zu stützen.
Das aktuelle Konzept der Angehörigenbetreuung sieht folgendes vor:
Zum einen wird viermal im Jahr eine Informationsgruppe angeboten, in der im Rahmen von drei Zeitstunden die wesentlichsten Informationen für Angehörige von Frischverletzten transportiert werden: Es erfolgt eine Abfrage der am meisten gewünschten Themen, dann eine Erläuterung des Konzeptes der Rehabilitation im BUKH, eine Einführung in das psychologische Trauermodell und in ein Modell der Veränderung des Selbstwertgefühls nach Eintritt der Behinderung. Auch der Umgang mit Hoffnungen sowie Themen wie Selbstständigkeit und Abhängigkeit, Pflege zu Hause, Kraftquellen für Angehörige, sowie die Themen Inkontinenz und Partnerschaft und Sexualität werden angesprochen.
Zeit: Ein Wochentag von 16.00 bis 19.30 Uhr.
Zum anderen stehen Psychologen und Seelsorger mit Einzelgesprächen für Angehörige ebenso zur Verfügung wie für die Patienten, Termine können individuell verabredet werden.