Posttraumatische Belastungsstörungen nach Unfällen
Was sind Traumata?
Traumata sind plötzliche oder anhaltend bedrohlich ängstigende und ausweglose Ereignisse. Sie hinterlassen unbehandelt oft lebenslang Spuren in Form von zahlreichen psychischen und körperlichen Symptomen mit Beeinträchtigung von Lebensqualität und Lebensgestaltung.
Unfälle, intensivmedizinische Eingriffe, Naturkatastrophen, Kriegsereignisse mit Vertreibungs-, Flucht- oder Gefangenschafts- und Foltererlebnissen, zivile Gewalterfahrungen aller Art manchmal auch “nur” als Augenzeuge, vor allem emotionale, physische und sexuelle Mißhandlungen (“Missbrauch”) in Kindheit, Jugend, aber auch im Erwachsenenalter traumatisieren fast jeden Menschen erheblich.
Viele Menschen leiden Jahre und Jahrzehnte nach traumatischen Erlebnissen noch an den von Ärzten und Therapeuten aller Fachrichtungen oft nicht erkannten posttraumatischen Störungsbildern.
“Die Zeit heilt alle Wunden” ist als Trost und Hoffnung spendende Äußerung durch die Forschung der letzten Jahrzehnte widerlegt.
Die Häufigkeit von PTSB ist abhängig von der Art des Traumas.
Ca. 50% Prävalenz nach Vergewaltigung.
Ca. 25% Prävalenz nach anderen Gewaltverbrechen.
Ca. 20% bei Kriegs- und 15% bei Verkehrsunfallopfern.
Ca. 15% bei schweren Organerkrankungen, (Herzinfarkt, Malignome)
Es besteht eine hohe Chronifizierungsneigung.
Die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung sind vielfältig und können, müssen aber nicht in dieser Kombination auftreten.
- Andauerndes Gefühl der Angst, Gefahr Schreckhaftigkeit, Ständige Alarmbereitschaft, Reizbarkeit und Wutausbrüche.
- Wiedererleben des Ereignisses in Gedächtnis und Tagträumen ungewollte, sich aufdrängende Bilder, Geräusche, Gerüche und Gedanken an das Ereignis Albträume, Schlafstörungen.
- Vermeidung: Nicht an das Geschehene denken wollen, angstauslösenden Situationen aus dem Weg gehen, erhöhtes Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit.
- Gefühlstaubheit, Niedergeschlagenheit.
- Konzentrationsschwierigkeiten.
- Schuld- und Schamgefühle.
Die posttraumatische Belastungsstörung kann mit Hilfe geeigneter Verfahren bei frühzeitiger Erkennung gut behandelt werden. Wir behandeln u. a. nach ausreichender Stabilisierung durch Entspannungsübungen und imaginative Verfahren mit EMDR (Eye Movement Desensitation and Reprocessing) und haben damit gute Erfahrungen gemacht. Die Technik ist seit fast 10 Jahren gut erforscht und wissenschaftlich anerkannt.