Rehabilitationsangebote

Die Rehabilitation der Patienten beginnt im BG Klinikum Hamburg bereits parallel zur Akutbehandlung auf der Intensivstation. Sie wird anschließend lückenlos auf der eigenen Station für Fachübergreifende Frührehabilitation fortgesetzt. Diese verfügt sowohl über behindertengerechte Patientenzimmer als auch über einen Überwachungsbereich, der auch die Aufnahme von schwerstbetroffenen Patienten zu einem sehr frühen Zeitpunkt ermöglicht. In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin können auch Patienten mit noch vorhandener Beatmungspflicht aufgenommen werden.

Im Anschluss an die Akutbehandlungsphase und die fachübergreifende Frührehabilitation erhalten Unfallpatienten mit hohem Pflegeaufwand, vermehrtem Therapie- und ärztlichem Überwachungsbedarf die komplexe stationäre Rehabilitationsbehandlung (KSR). Das Ziel: Eine optimale, frühzeitige Funktionsverbesserung und Belastungssteigerung.

Wenn Patienten sich selbständig bewegen können, erfolgt eine berufsgenossenschaftliche stationäre Weiterbehandlung (BGSW), in der Kraft, Ausdauer und Sicherheit weiter gesteigert werden. Vor dem Übergang in eine berufliche Reintegration ist im Sinne einer erwerbsbezogenen Rehabilitation noch ein berufsspezifisches Belastungstraining möglich.

Leistungsspektrum

 Fachübergreifende stationäre Frührehabilitation

Auf der Station für Fachübergreifende Frührehabilitation werden schwer- und schwerstbetroffene Patienten mit gravierenden Funktionseinschränkungen zum Beispiel nach einem schweren Schlaganfall oder Unfall rehabilitiert. In der Regel besteht weiterhin die Notwendigkeit einer akutmedizinischen Behandlung. Die Station verfügt über 50 Betten.

Ansprechpartnerin:

Dr. med. Britta Hempel, b.hempel(at)bgk-hamburg.de, 0171 229-6351

Weitere Informationen

Ein multidisziplinäres Team aus Medizinern, Pflegekräften und Therapeuten gewährt von Anfang an die bestmögliche Versorgung der Patienten, auch bei noch notwendiger künstlicher Beatmung und intensivmedizinischer Behandlung.

Aufnahmediagnosen:

  • Polytrauma
  • Schädel-/Hirnverletzungen
  • Schwerer Schlaganfall
  • Hirnschäden nach kardiopulmonaler Wiederbelebung
  • Mehrfachverletzungen an Rumpf, Armen und Beinen sowie schwere Beckenverletzungen
  • Langzeitbeatmung
  • Große Operationen am Brustkorb und Abdomen

Die Teams stehen unter der Leitung von Rehabilitationsmedizinern unterschiedlicher Fachrichtungen (Physikalische und Rehabilitative Medizin, Unfallchirurgie, Neurologie, Anästhesie, Intensivmedizin, Innere Medizin und Geriatrie). So wird eine verzahnte Anwendung aller etablierten Behandlungskonzepte und -techniken der Frührehabilitation ermöglicht. Die Station verfügt über alle notwendigen Möglichkeiten der Diagnostik.

Auch externe Experten vertrauen der Kompetenz des Zentrums für Rehabilitationsmedizin: Seit 2011 wurden mehr als 200 beatmete Patienten aus anderen Krankenhäusern zur Durchführung der Frührehabilitation in das BGKH verlegt.

 Komplexe Stationäre Rehabilitation (KSR)

In der Komplexen Stationären Rehabilitation (KSR) beginnt direkt nach der Akutbehandlung die Rehabilitation von Patienten mit gravierenden Unfallverletzungen am Stütz- und Bewegungsapparat einschließlich Becken- und Wirbelsäulenverletzungen. Die Station verfügt über 60 Betten.

Ansprechpartnerin:

Karen Huster, k.huster(at)bgk-hamburg.de, 040 7306-2937

Weitere Informationen

Die KSR ist eine spezielle Behandlungsform der BG-Kliniken und der berufsgenossenschaftlichen Sonderstationen. Die Therapien finden unter enger ärztlicher Überwachung statt und betreffen Verletzungen nach dem VAV-Katalog der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Das Besondere dieser Rehabilitationsform:

  • Erhöhter diagnostischer Aufwand
  • Erhöhter pflegerischer Aufwand
  • Noch notwendige Konsiliaruntersuchungen verschiedener Disziplinen
  • Hoher Aufwand an Einzeltherapien aus den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Physikalische Therapie, Hydrotherapie und meistens auch Psychologie
  • Erstversorgung mit Hilfsmitteln, vor allem auch die prothetische Versorgung nach traumatischer Amputation

In der spezialisierten Gehschule mit Ganglabor, Laufbändern und angeschlossener orthopädischer Werkstatt kann ganz individuell die Versorgung mit angepasstem Schuhwerk sowie Orthesen durchgeführt und das Gehen geschult werden.

 Berufsgenossenschaftliche Stationäre Weiterbehandlung (BGSW)

Die Berufsgenossenschaftliche Stationäre Weiterbehandlung (BGSW) umfasst medizinische und therapeutische Maßnahmen der klassischen Rehabilitation, die nach Abschluss der Akutbehandlung und gegebenenfalls der Komplexen Stationären Rehabilitation noch oder erneut notwendig sind. Für Patienten stehen 70 Betten zur Verfügung.

Ansprechpartner:

Dr. med. Helge Riepenhof, h.riepenhof(at)bgk-hamburg.de, 040 7306-2992

Weitere Informationen

Die Berufsgenossenschaftliche Stationäre Weiterbehandlung ist insbesondere nach Verletzungen von großen Gelenken, nach verzögerten Heilverläufen und nach starkem Kraft- und Ausdauerverlust notwendig. Jeder Patient ist anders: Daher werden in interdisziplinären Teambesprechungen individuell und patientenbezogen die Schwerpunkte der Therapie festgelegt. Eine frühzeitige Sport- und Arbeitstherapie führt die Rehabilitanden stufenweise an ihre berufliche Belastungssituation heran und bereitet sie auf die Reintegration in ihren Arbeitsalltag vor. Schwimmen, Aquacycling und Nordic Walking unterstützen die aktive Regeneration. 

In Vorträgen werden Patienten über den Rehabilitationsverlauf, die Hintergründe der Knochen- und Gewebsheilung und über verschiedene Aspekte der Therapie informiert. Eigeninitiative ist ein wichtiger Erfolgsfaktor: Daher klären Experten die Rehabilitanden auch über ihre Mitwirkungspflicht an der Therapie sowie über die Grundregeln einer gesunden Lebensführung auf.

 Ambulante Rehabilitation im Rehazentrum City Hamburg

Nach der Entlassung aus dem BG Klinikum Hamburg können Patienten ihre Rehabilitation wohnortnah im Rehazentrum City fortsetzen. Mit drei bis vier Stunden Therapie täglich, bestehend aus Physio-, Ergotherapie/Arbeitstherapie, Medizinischer Trainingstherapie, Physikalischer Therapie und Psychologie, schließt diese ambulante Rehabilitation nahtlos an den stationären Aufenthalt an.

Im Rehazentrum City werden täglich 150 Unfallverletzte ambulant behandelt. Hier arbeiten Rehateams interdisziplinär zusammen, erstellen gemeinsam mit erfahrenen Rehabilitationsmedizinern individuelle Therapiepläne für die Unfallversicherten und sorgen für eine fachgerechte Umsetzung. Die enge Kooperation von Ärzten, Therapeuten, Patienten und Kostenträgern führt zu einer hohen Motivation bei den Patienten.

Der Erfolg dieses durchdachten Reha-Managements ist messbar an der hohen Quote der Patienten, deren Arbeitsfähigkeit nach der Rehabilitation wieder hergestellt ist.

 Arbeitsplatzbezogene medizinisch-berufliche Rehabilitation (ABMR)

Um das Ziel einer schnellst- und bestmöglichen beruflichen Wiedereingliederung zu erreichen wird die medizinische Rehabilitation auf Grundlage des individuellen Fähigkeitsprofils des Rehabilitanden und des beruflichen Anforderungsprofils um arbeitstherapeutische Maßnahmen ergänzt.

Während der Maßnahme der arbeitsplatzbezogenen medizinisch-beruflichen Rehabilitation (ABMR) wird die Belastung in der Arbeitstherapie individuell schrittweise gesteigert und in der Sporttherapie durch Maßnahmen zur Steigerung der Ausdauer und Kraft ergänzt.

 Arbeitsplatzbegleitung

Eine Arbeitsplatzbegleitung direkt am Arbeitsplatz oder in Kooperationsbetrieben wird durch erfahrene Arbeitstherapeuten angeboten. Hierbei werden sowohl funktionelle Defizite als auch hemmende und fördernde Faktoren und ein eventuell vorhandener Hilfsmittelbedarf evaluiert.

 Reha-Abklärung

Bei verzögertem oder unklarem Heilverlauf sowie Problemen bei der beruflichen Wiedereingliederung ist eine Reha-Abklärung sinnvoll. Im Rahmen eines kurzen dreitägigen stationären Aufenthalts wird die medizinische und berufliche Wiedereingliederung evaluiert. Dazu erstellt das Evaluationsteam ein individuelles und mit Zielvorgaben versehenes Rehabilitations-Konzept und empfiehlt weiterführende medizinische und/oder berufsbezogene Leistungen. Umwelt- und personenbezogene Faktoren, die sowohl einen fördernden als auch einen hemmenden Einfluss auf den Heilverlauf nehmen können, werden explizit dargestellt.

Physiotherapeuten, Ergotherapeuten mit einer handwerklichen Zusatzausbildung, Psychologen, Sporttherapeuten und Berufshelfer/Sozialarbeiter erstellen zusammen mit dem Vertreter des Kostenträgers umfassende Behandlungsempfehlungen und gegebenenfalls einen Rehaplan.

 Präventionskurse: Rücken- und Gonarthrosekolleg

In Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat das BG Klinikum Hamburg für Patienten mit bandscheibenbedingten Erkrankungen der Lendenwirbelsäule ein individuelles und nachhaltiges Programm zur Sekundären Individualprävention (SIP) entwickelt: das Rückenkolleg. Es wendet sich insbesondere an betroffene Versicherte aus Pflegeberufen.

Sie erhalten nach eingehender Diagnostik durch die Ärzte einen individueller Trainingsplan, der über drei Wochen konsequent angewendet und weiterentwickelt wird. Hinzu kommen ein berufsspezifisches Training, Physiotherapie, schmerzlindernde physikalische Maßnahmen und ein Psychologisches Gesundheitstraining.

Durch diese Präventionsangebot konnten bereits zahlreiche Versicherte der BGW trotz teilweise seit langem bestehender Beschwerden nicht nur in ihrem Beruf verbleiben, sondern auch mit den neuesten Hebe- und Tragetechniken rückengerecht weiterarbeiten.

Insgesamt werden vier Kurse und ein Refresher Kurs an den Standorten BG Klinikum Hamburg, BG Nordsee Reha-Klinik und BG Kliniken Bergmannstrost angeboten.

  Chefarzt

Dr. med. Jean-Jacques Glaesener

Zentrum für Rehabilitationsmedizin

Sekretariat:
Barbara Straetz

  040 7306-2811   j.glaesener­(at)bgk-hamburg.de