Die Intensivbehandlungsstation für Schwerbrandverletzte

Die Station umfasst sechs Intensivbetten in einzelklimatisierten Zimmern zur Versorgung schwerbrandverletzter Patienten.
Die Verweildauer auf dieser Station beträgt wenige Tage bis zu mehreren Monaten, je nach Ausdehnung und Schweregrad der Verbrennung und zusätzlichen Begleiterkrankungen.
Die Patienten werden von einem interdisziplinären Team betreut, bestehend aus Anästhesisten, Plastischen Chirurgen, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, einem Seelsorger und weiteren Fachdisziplinen nach Bedarf.

Verletzungen durch Feuer und Strom sind für die Betroffenen schwerwiegende Ereignisse verbunden mit Angst, Hitze und Schmerz, bei tiefgradigen Verbrennungen auch mit der dauerhaften Veränderung des Aussehens und der körperlichen Funktionen.
Abhängig von der Ausdehnung und dem Schweregrad der Verbrennung befindet sich der Patient entsprechend lange in einer lebensbedrohlichen Situation, die eine intensivmedizinisch aufwendige Überwachung, Behandlung und Pflege erforderlich macht.
Die schwerbrandverletzten Patienten kommen entweder direkt vom Unfallort oder aus anderen Krankenhäusern zu uns.
Im Rahmen unserer plastisch- chirurgischen Erstversorgung werden die Verbrennungen nach Tiefe und Ausdehnung erfasst, sowie Begleiterkrankungen/Begleitverletzungen diagnostiziert und individuell versorgt.

Überwachungsplatz der Intensivstation für Schwerbrandverletzte

Überwachungsplatz der Intensivstation für Schwerbrandverletzte

Das Pflegeteam

Der hohe Pflegeaufwand und der damit verbundene Personalaufwand für die Versorgung der schwerbrandverletzten Patienten unterscheidet sich deutlich von anderen Intensivstationen.
Die ganzheitliche Versorgung des Patienten einschließlich seiner Angehörigen stehen im Mittelpunkt.
Stark wechselnde Arbeitsbelastungen (schwankende Auslastungen) und besondere Arbeitsbedingungen (Raumtemperaturen bis 35 °C) setzen eine große Flexibilität und eine hohe persönliche Belastungsfähigkeit für das Arbeiten in diesem Bereich voraus.

Die Schwere der Erkrankung unserer Patienten macht eine hohe Fachkompetenz im Bereich der intensivmedizinischen Überwachung, der pflegerischen Grundversorgung und der speziellen Behandlungspflege Schwerbrandverletzter notwendig.
Die Einarbeitung und die Aus- und Weiterbildung erfordern einen festen Personalstamm an qualifizierten Fachpflegekräften, die zusätzlich durch Praxisanleiter begleitet werden in enger Zusammenarbeit mit den Weiterbildungsinstituten und den Praxisanleitern des BUKH.

Aufgaben und spezielle Pflegeprobleme bei schwerbrandverletzten Patienten

Wesentliche Schwerpunkte von Seiten der Pflege sind in der Akutphase der Erkrankung:

  • Die Mitarbeit in der Erstversorgung.
  • Die Überwachung des Patienten in Bezug auf instabile Kreislaufverhältnisse und Temperaturregulationsstörungen bedingt durch den hohen Flüssigkeitsverlust und den Verlust der schützenden Haut.
  • Überwachung der Schmerztherapie und Anwendung von schmerzlindernden Maßnahmen.
  • Das Vermeiden von zusätzlichen Komplikationen verursacht durch ausgeprägte Ödembildung und Immobilität.
  • Lagerungstherapien als Prophylaxe gegen Kontrakturen, Pneumonien und Dekubiti.
  • Eine begleitende Unterstützung von Seiten der Pflegenden in den Phasen des Wachwerdens nach dem akuten Ereignis und in der Bewältigung der veränderten Lebenssituation und möglichen Angstzuständen.
  • Maßnahmen der Basalen Stimulation zur Förderung der Eigenwahrnehmung bei veränderter Körperwahrnehmung.

Mit zunehmender Stabilisierung der Vitalfunktionen treten weitere Aufgaben in den Vordergrund:

  • Unsere Patienten werden — abhängig von den Operationsverläufen — frühzeitig mobilisiert bis hin zu Ausflügen in den Park zur Unterstützung der Genesung.
  • Patienten werden frühzeitig angeleitet — im Rahmen ihrer Möglichkeiten und unter Verwendung von Hilfsmitteln — wieder selbständig Tätigkeiten zu verrichten (essen, Körperpflege, sich bewegen).

Eine wesentliche Aufgabe des Pflegepersonals während des gesamten Aufenthaltes in der Intensivbehandlungsstation für Brandverletzte ist die Durchführung der aufwendigen Verbandwechsel.
Dabei liegt ein entscheidend wichtiger Schwerpunkt in den strengen hygienischen Richtlinien für alle Arbeiten in diesem Bereich, da unsere Patienten aufgrund ihrer großen Wundflächen besonders gefährdet sind durch Infektionen und den daraus resultierenden Komplikationen.

Die Angehörigen werden von Anfang an in ihrer oftmals ebenfalls schwierigen und mit Sorgen und Ängsten verbundenen Situation begleitet und wenn möglich auch eingebunden.

Die besonderen Belastungssituationen können nur bewältigt werden, wenn für die Mitarbeiter bestmögliche Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Dies versuchen wir zu erreichen durch:

  • Einarbeitungskonzepte für neue Mitarbeiter und Praktikanten.
  • Monatliche Stationsinterne Fortbildungen.
  • Arbeiten nach ergonomischen Grundsätzen betreut durch eigene Praxisexperten.
  • Regelmäßige Mitarbeitergespräche.

Was gibt es sonst noch

  • Regelmäßige Vorstellungen der Station für Krankenpflegeschulen im Bundesgebiet.
  • Zusammenarbeit mit den Weiterbildungsinstituten und Erwerb der Fachweiterbildung.
  • Mitarbeiter dieser Station helfen in anderen Bereichen der Pflege aus.

M. Auweiler
Stationsleitung
Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus Hamburg
Intensivbehandlungsstation für Schwerbrandverletzte
Bergedorfer Straße 10
21033 Hamburg
Germany
+49 (0)40 7306-3916