10.02.2010 - 11:34
„Bewegung verbindet“ – Erfolgreicher Start der BG-Kliniktour auf der Zugspitze
Paralympische Spitzensportler unterstützen die Arbeit der BG-Kliniken
Marina Schröder, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), eröffnete am Mittwoch, 27. Januar 2010, auf der Zugspitze die BG-Kliniktour 2010. Mehr als 150 Gäste, darunter viele Paralympische Sportler und Funktionäre des Sports für Menschen mit Behinderung, waren gekommen, um über die Bedeutung des Sports im Rahmen einer erfolgreichen Rehabilitation zu sprechen und für ihn zu werben. Eingeladen zu dieser ersten Station der Kliniktour vor einzigartiger Alpenkulisse hatte die BG-Unfallklinik Murnau. Organisiert wird die Tour von der Vereinigung Berufsgenossenschaftlicher Kliniken (VBGK), der DGUV und dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband (DRS).
Um am Auftakt der BG-Kliniktour 2010 teilzunehmen, hatte sich auch der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees Sir Philipp Craven, wie so viele andere Gäste auch, auf den höchsten Berg Deutschlands begeben. Als ehemaliger Basketballspieler unterstützt er die Kliniktour, besonders der Gedanke, der sich hinter dem Motto „Bewegung verbindet“ verbirgt, ist für ihn entscheidend: Das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die Bedeutung einer guten Rehabilitation zu lenken. „Nach einem schweren Unfall muss man den Menschen zeigen, dass man immer noch Derselbe ist. Sport ist da ein gutes Mittel“, erläutert Craven.
Der Ausblick auf die verschneiten Alpengipfel bot Anlass für Superlative. Auch Dr. Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, gratulierte den Gastgebern zu ihrer gelungenen Idee. Als Sportfunktionär nutzte er die spektakuläre Kulisse, um der Bewerbung Münchens und Garmisch-Partenkirchens für die Olympischen Winterspiele 2018 Nachdruck zu verleihen.
Am gestrigen Tag auf der Zugspitze stand jedoch der Paralympische Sport – insbesondere die Paralympischen Winterspiele in Vancouver – im Mittelpunkt. Und der, darin waren sich Craven und Bach einig, hat sich in den letzten Jahren deutlich weiter entwickelt: Die Sportler und ihre Leistungen, so Bach, stünden heute im Mittelpunkt und nicht mehr ihre Behinderung. Aber was bedeutet dies für den einzelnen Athleten?
Die Sportler und Sportlerinnen des DGUV-Teams hatten dazu unterschiedliche Meinungen, die sie in zwei Talkrunden austauschten. Besonders die Liebe zum Sport sei ein treibender Motor, der Ruhm stehe nicht so sehr im Vordergrund. Den entscheidenden Aspekt, der für die Reha-Arbeit in den Kliniken besonders wichtig ist, schilderte Leichtathlet Heinrich Popow. Als er als Neunjähriger sein Bein verlor, stand ihm ein behinderter Sportler Rede und Antwort. Diese Erfahrung möchte er heute weitergeben und als Paralympischer Spitzensportler auch ein Vorbild für andere sein.
Diesen Gedanken unterstützte auch Marina Schröder, Vorstandsvorsitzende der DGUV: „Die 14 Paralympischen Sportlerinnen und Sportler, die in diesem Jahr die Kliniktour begleiten, zeigen durch ihr sportliches Engagement, was es heißt, das Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Deshalb können sie anderen, die in einer ähnlichen Situation sind, Mut machen.“
Neben dem Spitzensport darf man aber den Behindertensport in seiner Breite nicht vergessen. 470.000 Menschen sind laut Friedhelm Julius Beucher, dem Präsidenten des Deutschen Behinderten Sportverbandes, Mitglieder in seinem Verband. Nur wenige von ihnen trainieren für Medaillen, aber alle dürfen sich durch die Anerkennung, die die paralympischen Athleten erfahren, unterstützt fühlen. Denn noch immer werden behinderte und nicht behinderte Sportler in der Öffentlichkeit sehr unterschiedlich wahrgenommen.
Dass dazu keinerlei Anlass besteht, demonstrierten die Paralympics-Teilnehmer von Vancouver, Martin Braxenthaler und Gerd Schönfelder, zum Ende der Veranstaltung in einem kleinen Schaufahren auf dem Zugspitzplatt. Insgesamt 600 internationale Wintersportler werden sich im März in Vancouver in vier Disziplinen miteinander messen. Für Schönfelder sind es bereits die sechsten Paralympics.
Auf der Bergspitze wurde zum Abschluss der Veranstaltung der Staffelstab der Kliniktour weitergereicht an die BG-Unfallklinik in Duisburg. Sie wird ihre Arbeit am 20. und 21. März im Rahmen der 2. Duisburger Gesundheitsmesse vorstellen. Auch bei dieser Station wartet ein abwechslungsreiches Programm auf die Besucher.



