10.03.2010 - 11:35

Lübeck als "Überregionales Trauma-Zentrum" zertifiziert

Professionelle Versorgungsstrukturen retten Leben von Unfallopfern
Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck wurde in der höchsten Versorgungsstufe als “Überregionales Trauma-Zentrum” zertifiziert. Ende Dezember letzten Jahres hat die Klinik für Chirurgie des Stütz- und Bewegungsapparates, Sektion Unfallchirurgie, unter der Direktion von Herrn Prof. Dr. Ch. Jürgens das Prüfverfahren erfolgreich absolviert.
Wie weit ist es vom Hubschrauberlandeplatz zum OP? Wie lange braucht das Ärzteteam, bis es im Schockraum eintrifft, wo Schwerverletzte versorgt werden? Wie sind die Abläufe dort geregelt? Welche Geräte und weiteren Fachdisziplinen sind verfügbar? Die Gutachter der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) haben alles geprüft, bevor sie bestätigten, dass das Universitätsklinikum alle Kriterien als “Überregionales Traumazentrum” erfüllt.
Das Trauma-Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie soll für jeden Schwerverletzten in Deutschland rund um die Uhr die bestmögliche Versorgung unter standardisierten Qualitätsmaßstäben ermöglichen. Insgesamt 16 Krankenhäuser mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit werden in Zukunft in Schleswig-Holstein je nach Versorgungsstufe in einem Netzwerk als lokale, regionale und überregionale Traumazentren bei der Behandlung von schwer verletzen Menschen Hand in Hand arbeiten. Zurzeit fehlen nur noch wenige zertifizierte Krankenhäuser, damit das gesamte Netzwerk die Anerkennung der DGU erhält. Eckpfeiler des Traumanetzwerkes sind Kooperation, Kommunikation und ein optimaler Umgang mit Ressourcen.
Die Beteiligten in Krankenhäusern und bei Rettungsdiensten erhalten durch das Netzwerk verlässliche Informationen und Kriterien, um für die Patienten die richtigen Entscheidungen zu treffen. Jedes Jahr erleiden über 35.000 Menschen in Deutschland schwere, oft lebensbedrohliche Verletzungen. Die Überlebenschance sinkt mit jeder Viertelstunde, kann sich aber andererseits durch eine gute Versorgungsstruktur erhöhen. Entscheidend dafür sind die Rettungsdauer des Verunfallten sowie dessen schnellstmögliche verletzungsadäquate Behandlung in einer spezialisierten Klinik. “Im Trauma-Netzwerk arbeiten alle Krankenhäuser und die Rettungskräfte, die an der Versorgung Schwerverletzter beteiligt sind, sehr eng zusammen”, erläuterte Priv. Doz. Dr. A. Paech, Chefarzt der Sektion für Unfallchirurgie des Uniklinikums. Dabei gehe es vor allem um Schnelligkeit, Kollegialität und Qualität.
Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck wird als überregionales Traumazentrum auch zukünftig das gesamte Spektrum der Orthopädie und Unfallchirurgie aus höchstem Niveau anbieten und sich im Trauma-Netzwerk vor allem um die schweren Fälle kümmern.

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